In Deutschland gibt es für Saloninhaber zwei Versicherungen die nicht optional sind. Die erste ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, kurz BGW. Jeder Arbeitgeber im Friseurhandwerk muss sich dort anmelden. Die BGW versichert Ihre Mitarbeiter gegen ArbeitsunFälle und Berufskrankheiten. Kosten: etwa 1.5 bis 3 Prozent der Bruttolohnsumme. Bei einem Mitarbeiter mit 2.500 Euro Bruttogehalt sind das 37 bis 75 Euro pro Monat.
Die zweite Pflichtversicherung ist keine Versicherung im klassischen Sinne, aber trotzdem obligatorisch: SozialversicherungsBeiträge für Ihre Mitarbeiter. Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeberanteil beträgt etwa 20 Prozent des Bruttogehalts. Bei 2.500 Euro brutto sind das 500 Euro monatlich pro Mitarbeiter.
Als Selbständiger müssen Sie sich selbst krankenversichern. Gesetzlich ab etwa 200 Euro pro Monat als Kleinunternehmer, privat ab 300 Euro je nach Alter und Tarif. Die Kuenstlersozialkasse ist für Friseure nicht zuständig, das ist ein häufiger Irrtum.
Stellen Sie sich vor: Eine Kundin hat eine allergische Reaktion auf Haarfarbe. Ihr Gesicht schwillt an, sie muss ins Krankenhaus, ist zwei Wochen krankgeschrieben. Ohne Betriebshaftpflicht haften Sie persönlich für Behandlungskosten, Schmerzensgeld und Verdienstausfall. Das kann schnell 10.000 bis 50.000 Euro kosten.
Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt genau diese Kosten. Sie kostet 200 bis 400 Euro pro Jahr und deckt Personenschaeden, Sachschäden und Vermoegensschaeden ab. Achten Sie auf eine Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro für Personenschaeden und 1 Million für Sachschäden. Günstige Tarife finden Sie bei Hiscox, AXA und der Allianz.
Wichtig: Die Betriebshaftpflicht deckt auch Schoenheitsschaeden ab, zum Beispiel wenn eine Färbung schiefgeht und die Kundin Schmerzensgeld für entstellte Haare fordert. Das kommt häufiger vor als Sie denken und kann ohne Versicherung existenzbedrohend werden.
Ein Wasserschaden im Salon, ein Einbruch mit Diebstahl der teuren Scheren und Föhne, oder ein Brand der alles zerstört: Ohne Inventarversicherung stehen Sie vor dem Nichts. Die Neueinrichtung eines Salons kostet 20.000 bis 50.000 Euro. Können Sie das aus der Portokasse zahlen?
Die Inventarversicherung, oft als Geschäftsinhaltsversicherung bezeichnet, kostet 150 bis 400 Euro pro Jahr je nach Versicherungssumme und Standort. Sie deckt Feuer, Wasser, Einbruch und Vandalismus ab. Dokumentieren Sie Ihre Einrichtung mit Fotos und Rechnungen, damit die Regulierung im Schadensfall schnell geht.
Tipp: Viele Versicherer bieten Kombipakete an: Betriebshaftpflicht plus Inventar plus Betriebsunterbrechung für 500 bis 800 Euro pro Jahr. Das ist günstiger als Einzelpolicen und deckt die drei wichtigsten Risiken ab.
Nach einem Brand oder Wasserschaden können Sie wochenlang nicht arbeiten. Die Inventarversicherung ersetzt Ihre Möbel und Geräte, aber wer zahlt die laufenden Kosten während der Schließung? Miete, Gehaltaerer, Versicherungen, Kredite, alles läuft weiter obwohl kein Umsatz reinkommt.
Die Betriebsunterbrechungsversicherung springt genau hier ein. Sie ersetzt Ihren entgangenen Gewinn und die laufenden Fixkosten für die Dauer der Schließung, typischerweise bis zu 12 Monate. Kosten: 100 bis 300 Euro pro Jahr. Das ist die Versicherung die die meisten Saloninhaber vergessen und nach einem Schaden am meisten bereuen.
Ein Mitarbeiter kündigt und klagt auf Abfindung. Der Vermieter erhöht die Miete unrechtmaessig. Ein Kunde droht mit Klage wegen angeblicher Schäden. Jeder dieser Fälle kostet Sie ohne Rechtsschutz 3.000 bis 10.000 Euro an Anwalts- und Gerichtskosten, selbst wenn Sie im Recht sind.
Eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung kostet 300 bis 600 Euro pro Jahr und deckt Arbeitsrecht, Mietrecht und Vertragsrecht ab. Besonders wichtig wenn Sie Mitarbeiter haben: Kuendigungsschutzklagen sind der häufigste Rechtsstreit im Handwerk. Ohne Versicherung einigen Sie sich oft auf eine Abfindung nur um die Prozesskosten zu vermeiden.
Achten Sie auf die Wartezeit: Die meisten Rechtsschutzversicherungen greifen erst nach 3 Monaten. Schließen Sie die Versicherung also ab bevor Sie sie brauchen, nicht danach.
Cyber-Versicherung: Für einen Salon mit einem einfachen Buchungssystem ist das Risiko minimal. Sparen Sie sich die 200 Euro pro Jahr. Wenn Sie term-in nutzen, liegen Ihre Daten sicher in der Cloud und sind nicht Ihr Risiko.
D&O-Versicherung: Das ist für Geschäftsführer von GmbHs relevant. Als Einzelunternehmer oder GbR brauchen Sie das nicht. Maschinenbruchversicherung: Für teure Industriemaschinen gedacht, nicht für Föhne und Glaetteisen. Erdbeben- und Ueberschwemmungsversicherung: In den meisten deutschen Städten unnötig, es sei denn Sie sind in einem ausgewiesenen Risikogebiet.
Zusammenfassung: BGW ist Pflicht. Betriebshaftpflicht plus Inventar plus Betriebsunterbrechung als Kombipaket für 500-800 Euro pro Jahr. Rechtsschutz wenn Sie Mitarbeiter haben. Alles andere ist optional und oft überflüssig. Investieren Sie das gesparte Geld lieber in Marketing und Software die Kunden bringt.
Viele Saloninhaber schließen ihre Versicherungen bei der Gründung ab und schauen danach nie wieder hin. Das ist ein teurer Fehler. Ihr Salon verändert sich: Sie stellen neue Mitarbeiter ein, kaufen teurere Einrichtung, erweitern Ihre Dienstleistungen um Kosmetik oder Nageldesign. Jede dieser Änderungen kann Ihren Versicherungsbedarf verändern. Überprüfen Sie Ihre Policen mindestens einmal jährlich, idealerweise im Januar wenn das neue Geschäftsjahr beginnt. Stimmt die Versicherungssumme der Inventarversicherung noch mit dem tatsächlichen Wert Ihrer Einrichtung überein? Deckt die Betriebshaftpflicht auch neue Behandlungen wie Wimpernverlaengerung oder Microblading ab? Hat sich Ihre Mitarbeiterzahl geändert und muss die BGW-Meldung aktualisiert werden? Ein jährlicher Vergleich bei Check24 oder über einen Versicherungsmakler dauert eine Stunde und kann mehrere hundert Euro sparen. Kündigen Sie überflüssige Policen und verhandeln Sie bestehende Tarife neu. Versicherer geben Bestandskunden selten automatisch bessere Konditionen, aber auf Nachfrage oft schon.
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